Winterkreuzfahrt mit AIDAsol: Ein Abenteuer entlang Norwegens Küste
Eine Kreuzfahrt im Winter, auf der Suche nach Schnee und Polarlichtern.
16. Februar - Hamburg
Am 16. Februar ging es nach Hamburg. Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel ging es auch schon ins Miniatur Wunderland. Nach dem Besuch ging es wieder zurück ins Hotel, den am nächsten Tag, sollte die eigentliche Reise beginnen.
17. Februar - Willkommen an Bord
Der Check-In wurde von AIDA nach hinten verschoben und es waren gefühlt alle Leute zur selben Zeit angekommen. Da das Schiff von einer Weltreise kam, dauerte an dem Tag alles ein wenig länger. Nach dem Check-In gab es das erste Mittagessen im Bella Donna und das Schiff wurde erkundet. Abends gab es das erste Sail Away und der Kapitän sagte ruhige See voraus. Was untypisch für die Nordsee und die Jahreszeit ist.
18. Februar - der Erste Seetag
Der erste Seetag wurde dazu genutzt, um weiter das Schiff zu entdecken. Da dies die erste Reise auf der Sphinx-Klasse war, war auch alles ein wenig ungewohnt und neu.
In den Abendstunden sammelten sich die ersten Gäste auf dem Außendeck um Polarlichter zu suchen. Aber mehr wie ein leichter Schimmer auf der Kamera, wurde es nicht. Leider.
19. Februar - Haugesund
Das erste Mal betraten wir norwegisches Festland. Bei kühlen 1,4°C und Nieselregen legten wir in Haugesund an. Der Hafen war direkt neben einer Werft für Plattformen aller Art. Zu unserem Zeitpunkt war die Offshore-Plattform DolWin epsilon im Hafen.
Nachdem wir über die Risøy bru ins Stadtzentrum gegangen sind, wurden wir doch sehr überrascht. Es gab sehr viele leerstehende Geschäfte und Barbershops an jeder Ecke. Nur in der Fußgängerzone war Leben vorhanden.
Eines der geschichtlichen Highlights war die Harald Hårfagre Skulptur, die an den ersten König Norwegens erinnert, der der Überlieferung nach in dieser Gegend das Land vereinigte.
Etwas außerhalb lag die Skåre kirke, eine hübsche weiße Holzkirche, ruhig gelegen und eingebettet in ein älteres Wohnviertel.
Dieser Kontrast zwischen historischer Bedeutung, modernem Industriehafen und sichtbarem Strukturwandel machte Haugesund zu einem besonderen Stopp. Nicht unbedingt malerisch – aber ehrlich, eigen und irgendwie echt.
Nach dem Verlassen von Haugesund zeigte die Nordsee das erste Mal, wie es im Winter ist. Der Wind und auch die Wellen nahmen ein wenig zu.
20. Februar - Sturmtag & Polarkreis
Heute wurden wir alle vom ersten "richtigen" Sturm geweckt. Bei Windstärke 7 - 8 schaukelte das Schiff in den Wellen. Dennoch gab es Abends auf dem Pooldeck den Polarsprung, als wir gegen 22:15 Uhr bei den Koordinaten 66°34'N, 11°54,5'E den Polarkreis überquerten.
21. Februar - Bodø
Nach einem stürmischen Seetag legten wir am Morgen in Bodø an – der ursprünglich geplante Nachtanlauf war wegen Sturm verschoben worden. Und das war gut so: -5,4 °C, Schneefall und eisiger Wind machten den Hafenanlauf selbst bei Tageslicht spannend.
Alles war tief verschneit, Splitt statt Streusalz, der Wind trieb feinen Schnee durch die Gassen. Dick eingepackt starteten wir unsere Erkundung.
Vom Schiff ging’s zum Bodø Torg, vorbei an der Seeadler-Skulptur, weiter zum Rådhus und zur Domkirche mit ihrem markanten Glockenturm. Danach ein Abstecher zum Norge War Memorial und zur humorvollen Hvalrossen.
Durch den Solparken liefen wir zum farbenfrohen After School Wallpainting, dann an der Kaimauer entlang zur modernen Stormen Bibliotek.
Den Abschluss bildete der Weg zum Moloen-Leuchtturm – glatt, windig, aber mit dramatischem Blick auf Nyholms Skandse und Tors Hall. Bodø war kalt, rau und wunderschön nordisch.
Zurück auf dem Schiff mussten wir uns erstmal vom Schnee und Eis befreien. Selbst die Kamera war durch den Eisregen vereist.
Obwohl die Stadt rund 53.725 Einwohner hat (Stand Januar 2025) und doch viele moderne und große Gebäude das Stadtbild prägen, so gibt es hier noch immer die bekannten bunten Häuser. Alles im allen wirkt es trotz der Größe schöner als Haugesund.
Abends sollten wir um 17 Uhr im Hafen losfahren. Jedoch wurde daraus erst 19:45. Hätten wir 15 Minuten länger gewartet, so hätten wir erst am Folgetag losfahren können, da der einzige Lotse dann im Feierabend gewesen wäre. Wie sehr die Norweger darauf achten, erfahren wir noch im späteren Verlauf der Reise. Der Kapitän war auf jeden Fall nicht besonders begeistert.
22. & 23. Februar - Alta
Am Abend liefen wir in Alta ein – -8,2 °C, bewölkt, still. Die Fjordlandschaft war tief verschneit, das Licht gedämpft. Es wirkte so, als würde die Stadt schlafen. Und dass, obwohl wir neben dem Flughafen angelegt hatten und die Flugzeuge direkt am Heck entlang flogen.
Für den späten Abend war ein Ausflug zu einem Nordlichtcamp gebucht. Der Bus brachte uns gegen 23 Uhr ein Stück außerhalb der Stadt, wo wir an einer Lichtung mit Feuerstellen ankamen. Trotz bewölktem Himmel herrschte eine besondere Atmosphäre: Schnee knirschte unter den Schuhen, Holz knisterte im Feuer, und es gab Kaffee und Kuchen im beheizten Zelt. Die Hoffnung auf Polarlichter blieb in dieser Nacht jedoch unerfüllt – der Himmel blieb geschlossen. Mehr wie Wolken gab es nicht zu sehen.
Am nächsten Morgen – -5,9 °C, trockene Kälte – nahmen wir den Shuttlebus ins Zentrum.
Erster Stopp: die moderne Nordlichtkathedrale, mit ihrer spiralförmigen Fassade aus Titanblech - sie ist so anders als all die anderen Kirchen.
Danach ging’s weiter zur Alta Kirke, deutlich traditioneller, aber charmant in ihrer Schlichtheit. Anschließend schlenderten wir durch ruhige Wohnstraßen bis ans Ufer des Altafjords.
Dort standen wir einen Moment still. Kein Lärm, kein Verkehr – nur Schnee, Eis und Wind. Alta ist kein Ort, der viel will. Aber das, was es gibt, wirkt lange nach.
Zurück auf dem Schiff wärmten wir uns beim Mittagessen auf.
Am Abend haben wir dann bei leichter Bewölkung das erste Mal Polarlichter gesehen. Sie waren nicht stark, aber man konnte sie sehen.
24. Februar - Tromsø
Tromsø empfing uns bei -3,1 °C, dichter Bewölkung und leichtem Schneefall. Vom Cruise Terminal brachte uns ein Busshuttle zum Busparkplatz an der Frederik Langes gate, direkt im Stadtzentrum.
Von dort aus spazierten wir über die imposante Tromsøbrua – die große Bogenbrücke mit weitem Blick über den Fjord. Der eisige Wind machte den Gang zur Herausforderung, aber die Aussicht lohnte sich. Auf der anderen Seite wartete die eindrucksvolle Eismeerkathedrale, deren moderne Form und Glasmosaikfenster im Winterlicht besonders zur Geltung kamen.
Nach einem kurzen Aufenthalt ging es zurück über die Brücke in die Innenstadt. Wir legten einen Shopping-Stopp im Tromsø Tourist Shop ein und bummelten anschließend zur Tromsø Domkirke, einer schlichten Holzkirche mitten in der Stadt, eingerahmt von Bäumen und kleinen Lichtern.
Zurück am Busparkplatz warteten wir mit einigen anderen Gästen auf den nächsten Shuttle. Gegen Mittag waren wir zurück an Bord.
Kurz nachdem wir abgelegt hatten, lief die Mein Schiff 3 in den Hafen ein – und übernahm unseren Liegeplatz. Die beiden kleinen Expeditionsschiffe Hanseatic Spirit und Le Bellot lagen bereits weiter innen im Hafenbecken – ein interessantes Nebeneinander von Expeditionsflair und Großkreuzfahrt.
Bei der Ausfahrt aus den Fjorden wurde es schnell dunkel. Die Luft war klar, die See relativ ruhig, und nur tiefe Wolken hingen am Himmel. Aber dafür keine Polarlichter.
Auch wenn Tromsø nicht sonderlich groß ist, so merkt man hier deutlich, dass es eine Stadt ist. vom "nordischen" war keine Spur zu sehen.
25. Februar – Sturm auf See & Nordlicht-Spektakel
Der nächste Seetag: wieder Windstärke 9, Temperaturen um -0,6 °C und ordentlicher Seegang. Die Pools wurden gesperrt, überall standen Spucktüten bereit. Viele blieben in den Kabinen - auf dem Schiff war es teilweise richtig leer. Und dann, gegen 21 Uhr: Polarlicht! Bei klarem Himmel tanzten grüne Wellen über das Deck. Es war still, niemand sprach laut. Sogar die Schiffslampen wurden ausgeschaltet – Gänsehaut.
26. Februar - Trondheim
Nachdem wir die Erwartungen nach Tromso nicht besonders hoch angesetzt hatten, wurden wir von einer schönen Stadt überrascht. Obwohl Trondheim größer ist, wirkt die Stadt harmomischer. So gibt es die Speicherstadt mit den bunten Häusern und engen Gassen und auf der anderen Seite Große Gebäude. Nach der Speicherstadt ging es zum Nidarosdom. Der Dom ist richtig groß und gut besucht. Der Eintritt beträgt rund 140 Nordwegische Kronen.
Im Anschluss ging es in die Innenstadt, wo alles im Zeichen der Nordischen Skimeisterschaft war. Selbst das Militär übte mit der Kapelle die Nationalhymne.
Zurück an Bord ging es dann zum letzten Hafen. Auf nach Maloy
27. Februar - Maløy
Maløy empfing uns mit +3,4 °C, Nieselregen und Nebel. Der geplante Ausflug zum Leuchtturm Kråkenes Fyr begann verspätet – der Busfahrer bestand auf seine Ruhezeit. Nachdem ein alternativer Fahrer gefunden wurde, ging es dann los. Vom Hafen aus ging es zum Strand Refviksanden. EIn Wunderschöner Strand, aber der beginnende Regen sorgte dafür, das wir schnell weiter gefahren sind.
Der Leuchturm Kråkenes fyr sieht nicht aus wie ein Leuchtturm. Eher wie ein kleines schönes Haus an der Küste.
Zurück an Bord hieß es dann ein letztes Mal Sail Away. Jetzt geht es durch die Fjorde nach Hause.
28. Februar - der letzte Seetag
Die Nordsee wurde wieder sanft. Es war im Vergleich zu den letzten Tagen richtig ruhig. Am Abend versammelten sich alle nochmal an Deck um den letzten Sonnenuntergang zu sehen. In den Abendstunden wurden wir dann noch von AIDAnova überholt.
01. März - Ankunft in Hamburg
Wir sind bei „warmen“ 5 Grad wieder in Hamburg angekommen. Nachdem wir von Bord gegangen sind, ging es Richtung Heimat. Mit dem Gefühl im Gepäck, etwas Besonderes erlebt und gesehen zu haben.